Sanierung

Münchner Frauenkirche

Unsere Leistungen

  • Reparatur geschädigter Binderfußpunkte
  • Reparatur geschädigter Mittelpfette neben Nordturm
  • Nachziehen gelockerter Bolzenverbindungen
  • Ertüchtigung Streben durch zusätzliche Futterhölzer
  • Sicherung gerissener Hölzer durch Laschen oder Verschraubungen
  • Ergänzung fehlender Dübelverbindungen

Bauwerksgrößen – Dachwerk Langhaus
Länge Hauptdach ca. 95 m
Breite Hauptdach ca. 40 m
Traufhöhe Hauptdach ca. 33 m
Firsthöhe (ab Zerrbalkenlage) ca. 22 m
Höhe der Kehlbalkenlage ab Zerrbalkenlage ca. 8 m
Höhe der Hahnenbalkenlage ab Zerrbalkenlage ca. 16 m
Dachneigung ca. 54°
Anzahl der Binderebenen 24 Stück

Wir waren an der Generalsanierung des Kirchenschiffs der beliebten Münchner Frauenkirche beteiligt. Hier ein Auszug aus der Baubeschreibung (Quelle: staatliches Bauamt München 1): Das gotische Dachwerk über dem Dom wurde bei mehreren Luftangriffen im zweiten Weltkrieg schwer geschädigt. Durch einige Volltreffer wurden alle Einwölbungen von Mittel- und Seitenschiffen, fünf Pfeiler, Jochbögen und Teile der Umfassungswände zerstört. Im Ostteil kam es zum Einsturz des Dachwerks. Der verbliebene Rest des historischen Dachstuhls über dem Langhaus wurde 1946 abgetragen.

Nach Wiederherstellung der Mauerwerksauflager wurde in den Jahren 1948 und 1949 die heutige Dachkonstruktion aufgebracht. Begonnen wurde der Wiederaufbau auf der Westseite neben den Türmen. Ein Wechsel in einigen konstruktiven Details etwa in der Mitte des Dachwerks belegt die beiden Bauphasen.

Die Dachneigung beträgt ca. 54°. Das Satteldach erreicht bei einer Breite von ca. 32 m eine Höhe von ca. 21,5 m. Es ergibt sich eine Länge der Dachfläche von ca. 27 m. Der Dachraum wird durch einzelne Schleppgauben belüftet. Die Dachflächen sind vollflächig eingeschalt und mit „Klosterpfannen Antico“ der Fa. Meindl eingedeckt. Auf den Dachflächen sind Schneefänge in mehreren Lagen angeordnet.

Das heutige Dachwerk über dem Langhaus ist als Pfettendach mit Fachwerkbindern aus Holz unter Verwendung von Stahlbauteilen ausgeführt. Insgesamt sind 24 Binder vorhanden. Die Binder sind jeweils in Achse der Pfeiler und über dem Scheitel der Jochbögen angeordnet. Aufgelagert ist das Dachwerk an den über den Kapellenkranz aufragenden Außenwänden und den Jochbogenwänden zwischen Mittelschiff und Seitenschiffen. An den Binderauflagern werden die Lasten über Lastverteilpolster aus Beton in das darunterliegende Mauerwerk eingeleitet. Auf den Untergurten der Binder ist als Fußboden eine Balkenlage mit Dielenbelag aufgebracht.

In der Höhe werden die Binder durch zwei Kehlbalkenlagen gegliedert. Neben 21 gleichartigen Bindern über dem Langhaus sind unter dem Chorwalm drei unterschiedliche Hauptbinder geringerer Spannweite und kleinere Sprengwerke zur Abfangung der Pfettenkränze vorhanden. Auf den Bindern ruhen außer den Fußschwellen und der Firstpfette je Seite vier Zwischenpfetten. Die Pfetten werden entweder direkt durch Stiele abgestützt oder mit kurzen Säulenstummeln auf den Fachwerkstreben abgefangen. Die Spannweite der Pfetten wird jeweils durch eingezapfte Kopfbänder verkürzt. Die Kopfbänder der beiden oberen Mittelpfetten sind dabei im Gebäudequerschnitt vertikal angeordnet, die der unteren Mittelpfette folgen der Dachneigung. Auf den Pfetten sind jeweils über zwei Felder reichende, versetzt gestoßene Sparren mit Kerven aufgelegt.

Die räumliche Aussteifung des Dachwerks erfolgt über Holzverbände zwischen den Streben parallel zur Sparrenlage, liegende Verbände und längsverbindenden Zangen in den beiden Kehlbalkenebenen sowie durch stehende Verbände in Achse der Stiele unter den Pfetten. Auf der gesamten Länge des Dachwerks sind drei Verbandsachsen angeordnet, welche jeweils über zwei Binderzwischenräume reichen.

In den Fachwerkbinden sind für vorwiegend druckbelastete Bauteile Kanthölzer verwendet, teils als verdoppelte Querschnitte in gespreizten Stäben. Für ausschließlich zugbeanspruchte Vertikalstäbe wurden Rundstahlstangen mit Gewindeenden verbaut. Die Verbindung der Holzbauteile untereinander erfolgt sowohl über Zapfen und Versätze als auch über druck- und schubbeanspruchte Futterhölzer sowie Stahlbauteile. Zur Stückelung der Untergurte in der Zerrbalkenlage wurden Verbindungen mit rechteckigen Hartholzdübeln gewählt. Während in der östlichen Hälfte des Dachwerks die Dübel parallel zur Faser liegen, sind die Dübel im westlichen Teil quer zur Faser angeordnet. Zur seitlichen Aufdopplung tragender Bauteile und dem Anschluss von Futterhölzern und Verbänden wurden Bolzen eingebaut. Die Lasteinteilung von Zugstangen in die Hölzer erfolgt überwiegend mit eingelassenen U-Profilen aus Stahl.

Zur Konstruktion des Dachwerks und den einzelnen Verbindungen liegen archivalische Pläne vor. In einigen Details konnten Abweichungen zwischen den Planunterlagen und der tatsächlichen Ausführung festgestellt werden. Beispielsweise wurde für die in Hartholz geplanten Sattelhölzer überwiegend Nadelholz verwendet.

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